In Irland wurde ein schwangeres Mädchen zwangseingewiesen, weil sie eine Abtreibung wollte

In Irland ist es extrem schwer, Abtreibungen vornehmen zu lassen, sogar im Falle einer Vergewaltigung oder von Inzest.

Bei strengen Abtreibungsgesetzen denken die meisten von uns sofort an den Nahen Osten oder die USA. Nur wenige wissen, dass ein Land, das quasi nur einen Katzensprung von uns entfernt ist, eine der härtesten Anti-Abtreibungslobbies der Welt hat: Irland. Berichten zufolge wurde dort jetzt ein schwangeres Mädchen, das eine Abtreibung vornehmen lassen wollte, in eine psychatrische Klinik zwangseingewiesen.

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Der Teenager, dessen Name nicht veröffentlicht wurde, hatte Ende 2016 den psychologischen Beratungstermin wahrgenommen, der in Irland vorgeschrieben ist, wenn man eine Abtreibung machen lassen möchte. Der beratende Psychiater überwies das Mädchen aber ohne sein Wissen in eine psychatrische Klinik anstatt in die von ihr gewählte Abtreibungsklinik. Daraufhin wurde das Mädchen gegen ihren und den Willen ihrer Mutter zwangseingewiesen und für mehrere Wochen in einer Klinik festgehalten.

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In Irland ist es extrem schwer, Abtreibungen vornehmen zu lassen, sogar im Falle einer Vergewaltigung oder von Inzest. Eine Abtreibung ist in Irland nur erlaubt, wenn die Schwangerschaft ein unmittelbares lebensbedrohliches Risiko für die werdende Mutter darstellt. Wie weit öffentliche Institutionen wie irische Schwangerschaftsberatungsstellen gehen, um Mädchen von Abtreibungen abzuhalten, zeigt dieser Fall ziemlich eindeutig. Kurioserweise ist Irland zugleich auch das erste Land der Welt, dass die gleichgeschlechtliche Ehe per Volksabstimmung eingeführt hat. Wie ein- und dasselbe Land in einem Punkt so fortschrittlich und in einem anderen so unglaublich reaktionär sein kann, ist uns wirklich schleierhaft.

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Donnerstag, 15. Juni 2017