Mein Körper ist keine Waffe: In ihrem neuen Song "Hengstin" macht Jennifer Weist sich nackig für die Gleichberechtigung

Weil: Es ist noch lange nicht alles schicki, wenn es um das Thema Gleichberechtigung geht.

Das neue Video von Jennifer Rostock erregt die Gemüter. Darin singt Frontfrau Jennifer Weist splitterfasernackt über die Benachteilung von Frauen. Die Waaaasss!? schreien da natürlich viele sofort: Wo sind Frauen denn benachteiligt 2016? Ist doch alles schicki. Auch auf die Gefahr hin, dass Weltbild dieser optimistischen Menschen zu zerstören: Es ist noch lange nicht alles schicki, wenn es um das Thema Gleichberechtigung geht. Leider.

Auf ihrer Facebooksite fasst Frontfrau Jennifer sehr schön zusammen, wie groß auch heute noch die geschlechtsbedingte Baustelle in Deutschland ist : Frauen haben nach wie vor weniger Karrierechancen, verdienen in gleichen Jobs weniger als Männer und haben mit krasseren Vorurteilen zu kämpfen, gerade deswegen ist es für Frauen wichtig selbstbewusst und eigenständig zu sein, keinem Hengst hinterherzurennen, sondern selber Hengstin zu sein! Liebe Mädchen, liebe Frauen, traut euch was! Tretet nach vorne, sagt wer Ihr seid und habt keine Angst vor Rückschlägen! Ihr könnt alles erreichen was Ihr wollt, lasst Euch von niemandem was anderes erzählen! Eine zeitlos aktuelle Message, die viel öfter mal Einzug in die Popmusik finden sollte.

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Auch der Sound, den Jennifer Rostock für ihre wütende Frauenpower-Hymne gewählt hat, ist ungewöhnlich für die Band: Hengstin klingt wie die deutsche Antwort auf Iggy Azalea oder M.I.A. Wir finden es cool, dass Jennifer Weist ihr Standing als Musikerin nutzt, um uns ein Thema in Erinnerung zu rufen, das allzu gerne heruntergespielt wird. Und ob man jetzt Fan von Jennifer Rostock ist oder nicht, die Band zählt auf jeden Fall zu den wenigen in Deutschland, die Bock auf Inhalt haben und auch gesellschaftskritische und politische Themen in ihren Songs anpacken. Dafür kriegen sie unseren Respekt.

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Dienstag, 01. November 2016